Warmes Holz in Lamellen und Gitterwerk, Glas mit siebbedruckten Folien, das Rot der Marke in gezielt gesetzten Elementen und ein vertikaler Garten am Empfang. So wurde aus einer Halle im Gewerbegebiet Polígono Industrial Guadalhorce in Málaga der Firmensitz eines Technologieunternehmens: 544,76 m² mit einem Open Space für 50 Arbeitsplätze, einem weiteren für 18, zwei Besprechungsräumen und vier Boxen (kleinen Einzelbüros). Der Auftrag hatte ein grundlegendes, wenig glamouröses Problem: den Lärm – und wie man ihn in den Griff bekommt, ohne die Fläche wieder in geschlossene Räume aufzuteilen.
Der Auftrag: drei Grundrissvarianten und fünf Änderungen
Der vorhandene Grundriss stammte von einem Unternehmen aus einer anderen Zeit: Schulungsraum, Archiv, Sitzungssaal, Küche und eine Reihe geschlossener Einzelbüros. Der Kunde – ein Unternehmen aus Málaga für Softwareentwicklung, IT-Outsourcing und IT-Dienstleistungen – arbeitete schon lange nicht mehr so. Im Mai 2022 zeichneten wir drei Grundrissvarianten und legten sie auf den Tisch, bevor irgendetwas festgelegt wurde.
Am 18. Mai kamen fünf Änderungswünsche schriftlich: Umkleide mit Lager entfällt, der zweite Besprechungsraum nach hinten, zwei große Räume gestrichen, größere Boxen neben dem Speiseraum und eine erweiterte Verwaltung. Alle fünf wurden übernommen. Am 6. Juni stand die Raumaufteilung fest: 148,37 m² Open Space für 50 Arbeitsplätze – 2,97 m² pro Arbeitsplatz –, weitere 57,84 m² für 18, 116,54 m² Freizeitbereich, zwei Besprechungsräume mit 21,90 und 17,66 m², vier Boxen, Geschäftsleitung, Verwaltung, ein Speiseraum mit 12 Plätzen und ein Serverraum. Bei einem Wettbewerb wie dem für die Schule in Teatinos ist das Raumprogramm vorgegeben; hier entstand es gemeinsam mit denen, die es später nutzen würden.
Was auf den Fotos nicht zu sehen ist: Akustik, Doppelboden und Datennetz
In einem Open Space ist die Schwachstelle fast nie die Trennwand. Es ist der Deckenhohlraum darüber, das sogenannte Plenum: Man kann eine tadellose Trennwand errichten, und trotzdem dringt das Gespräch aus dem Besprechungsraum oben über die abgehängte Decke hinüber. Deshalb ist die Trennwand eine freistehende, beidseitig doppelt beplankte Gipskarton-Ständerwand (13+13+70+13+13)/600: 120 mm, vier Platten, Oberflächenqualität Q2 und akustisches Anschlussdichtungsband. Und deshalb wurde das Plenum mit 468,82 m² Schallschott DP8 2AluR von Knauf Insulation abgeschottet: steife Mineralwolleplatten von 1000x600x80 mm, beidseitig aluminiumkaschiert.
Die vorhandene Revisionsdecke wurde demontiert und unter Wiederverwendung der Platten wieder montiert, mit Mineralwolle darüber. Darunter wurde der bestehende Doppelboden genutzt, um zwei getrennte Gitterrinnen von 200×60 zu verlegen, eine für Strom und eine für Daten, mit in den Boden eingelassenen Anschlussdosen und UTP-Verkabelung Cat6A. Oben LED-Panels 60×60 mit 42 W und 4000 K und opalem Diffusor. Es ist dieselbe Disziplin wie bei Filialnetzen, etwa der Fitnessstudio-Kette Synergym mit insgesamt sieben Standorten: Was man später nicht mehr anfassen kann, wird gelöst, bevor jemand einzieht.
Materialien, Marke und drei Runden Innenarchitektur
Die Innenarchitektur entstand im eigenen Haus, in drei Abgaben – am 27. Juni, 4. Juli und 8. Juli 2022 – auf der Suche nach dem richtigen Mittelweg zwischen Markenidentität und einem Ort, an dem man acht Stunden am Tag verbringt. Warmes Holz in Lamellen und Gitterwerk, Glas mit siebbedruckten Folien, die Rottöne des Unternehmens in Möbeln und gezielt gesetzten Elementen und echtes Grün: ein vertikaler Garten am Empfang und ein abgehängtes Pflanzgefäß über dem Open Space. Dieselbe Detailarbeit wie bei Innenräumen ganz anderer Größenordnung, etwa MOSS.
Von April bis August
Auftrag am 22. April 2022, Bestandsaufnahme am 11. Mai, Ausführungsplanung datiert auf den 8. Juli. Drei Monate. Die Entwurfsplanung (Proyecto Básico) ging am 8. Juni an das Klimatechnikunternehmen, noch bevor die Ausführungsplanung abgeschlossen war, damit die Haustechnikgewerke parallel zur Planung ihre Angebote erstellen konnten: einerseits Klima und Lüftung – Inverter-Kassettengeräte, ein eigenes Split-Gerät für den Serverraum und Abluft –, andererseits Elektro, Datennetz und Videoüberwachung (CCTV). Die Bauarbeiten bildeten ein einziges Gewerk aus Trockenbauwänden, abgehängten Decken, Dämmung, Sanitärinstallation und Beiarbeiten für die Haustechnik.
Nicht alles klappte auf Anhieb. Im August mussten Decken und Wanddämmung mit einer Liste neuer Positionen nachgemessen werden. Es gab keinen Eingriff in die Tragstruktur: Alles floss in Trockenbau, Decken, Dämmung und Haustechnik. Am 10. Juni fand eine Begehung der Halle statt, um Klima und Elektro zu klären, und am 23. August eine Baustellenbegehung bei laufender Ausführung: dieselbe Begleitung wie bei Eingriffen in Bestandsgebäude wie La Equitativa.
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Projektdaten
- Typologie: Gewerbebau · Innenrenovierung und Innenarchitektur einer Halle als Firmensitz
- Nutzung: Büros · Arbeitswelt für ein Technologieunternehmen
- Standort: Polígono Industrial Guadalhorce, Málaga
- Planungsjahr: 2022 · Vorentwurf im Mai, Ausführungsplanung im Juli
- Baujahr: 2022
- Status: Realisiert
- Bebaute Fläche: 544,76 m² (Aufmaß)
- Auftraggeber: Privates Technologieunternehmen aus Málaga (Software und IT-Dienstleistungen)
- Baubegleitung: Klic Arquitectos · dokumentierte Begehungen am 10.06.2022 und am 23.08.2022
- Haustechnikplanung: Elektro, Datennetz Cat6A und CCTV: NTIC (Málaga) · Klima und Lüftung: Novaire 2020 SL (Málaga)
- Innenarchitektur: Klic Arquitectos
- Fotografie: Fernando Gómez Mateos · @loveladrillo
- Leistungen von Klic: Vorentwurf, Entwurfsplanung (Proyecto Básico), Ausführungsplanung, Innenarchitektur und Baubegleitung
- Team: Juan A. Goñi Uriarte (Kammer-Nr. 1206, COA Málaga) und Ruth Buján Varela (Kammer-Nr. 1333, COA Málaga)
