Edificio MOSS · Kernsanierung eines Mehrfamilienhauses für Ferienwohnungen im Zentrum von Málaga

Visualisierung · Begrünter Innenhof des Edificio MOSS, Komplettrenovierung eines Mehrfamilienhauses für Ferienwohnungen im Zentrum von Málaga von Klic Arquitectos

In die Höhe wachsen, in der Mitte einen Innenhof öffnen und das Innere fast vollständig neu aufbauen: So entstehen sechs Wohnungen in einem Haus mit Erdgeschoss und einem Obergeschoss auf einem Grundstück von 173,03 m². Das Edificio MOSS ist die Kernsanierung eines Mehrfamilienhauses in der Altstadt von Málaga, bestimmt für die Nutzung als Ferienwohnungen. Und es gab von Anfang an eine Schwierigkeit, die man von der Straße aus nicht sieht: Das bestehende Gebäude gilt planungsrechtlich als „fuera de ordenación“ (außerhalb der Planung), weil es in den öffentlichen Straßenraum hineinragt.

Ausgangslage: zwei Geschosse und ein Grundstück von 173 m²

Das Grundstück misst 173,03 m² bei 12,29 m Fassadenbreite und liegt im Geltungsbereich des PEPRI Centro (Schutz- und Sanierungsplan der Altstadt) mit der Einstufung „Ciudad Histórica-Centro“. Das bestehende Gebäude hatte nur Erdgeschoss und erstes Obergeschoss. Auf dieser Grundfläche ließen sich keine sechs Wohnungen unterbringen.

Erweitert wird in die Höhe: ein zweites Obergeschoss mit 163,18 m² und ein nicht zum Aufenthalt bestimmtes Dachgeschoss mit 23,06 m², in dem vier Abstellräume und der Technikraum für die Klimatisierung liegen. Insgesamt ergeben sich 509,33 m² bebaute Fläche, davon 323,09 m² Sanierung des Bestands und 186,24 m² Erweiterung. Die daraus resultierende Höhe von 12,94 m machte wegen der luftfahrtrechtlichen Bauhöhenbeschränkungen des Flughafens eine Stellungnahme der spanischen Flugsicherheitsbehörde AESA erforderlich: Der Bescheid fiel positiv aus.

Rahmenbedingungen: außerhalb der Planung, Aufzug und Baufluchtlinien

Der technische Bericht der Stadtverwaltung bestätigt zwei Rahmenbedingungen, die das Projekt geprägt haben. Erstens: Das Gebäude liegt außerhalb der Planung („fuera de ordenación“), weil es in den öffentlichen Straßenraum hineinragt; deshalb mussten die Baufluchtlinien des gesamten Anwesens überprüft werden. Zweitens: Es muss ein barrierefreier Aufzug eingebaut werden – und auf einem Grundstück von 173 m² geht jeder Quadratmeter des Erschließungskerns den Wohnungen verloren.

Keine der beiden lässt sich mit einer kleinen Planänderung lösen. Die Entwurfsplanung (Proyecto Básico) wurde neu ausgearbeitet und am 17. Mai 2018 erneut von der Architektenkammer visiert; im Juli folgte eine zweite Änderungsplanung, die einen Vorschlag für Instandhaltungsarbeiten enthielt. In der Zone „Ciudad Histórica-Centro“ entscheidet sich das Genehmigungsverfahren im Detail: Baufluchtlinien, Höhen und Barrierefreiheit werden Plan für Plan begründet.

Das Konzept: sechs Wohnungen, Innenhof und Dach

Sechs Wohnungen mit 38,05 bis 63,25 m² Nutzfläche: A und B im Erdgeschoss, C und D im ersten Obergeschoss, E und F im aufgestockten Geschoss. Die beiden größten, D und F, haben zwei Schlafzimmer und zwei Bäder; die übrigen vier sind kompakt geschnitten.

Der Innenhof mit 28,89 m² Nutzfläche ist das Element, das das Erdgeschoss ordnet: Er bringt Licht und Luft in alle Räume, die nicht zur Fassade liegen, und gliedert Eingangshalle und Telekommunikationsraum. Auf einem so schmalen Grundstück ist der Hof kein Luxus – erst er macht die rückwärtigen Wohnungen bewohnbar. Auf dem Dach liegen zwei Terrassen mit 36,81 und 28,16 m², darunter die vier Abstellräume.

Materialien und Konstruktion

Der Baugrund wird durch Injektionen von Mikrozementsuspension in mehreren Phasen über Manschettenrohre verbessert, das Erdgeschoss erhält eine hinterlüftete Bodenplatte aus Stahlbeton. Das ist nicht der spektakuläre Teil des Projekts, aber der, der darüber entscheidet, ob die bestehenden tragenden Wände erhalten werden können.

Die neuen Decken sind Verbunddecken mit mittragendem, verzinktem Stahltrapezblech, und die Treppe wird im selben System ausgeführt. Sie sind leicht und schnell montiert: So können die bestehenden Wände erhalten bleiben, und Stahlstützen sind nur im erweiterten Teil nötig.

Die Außenwände erhalten innen eine Vorsatzschale mit 6 cm Steinwolle und Gipskartonplatten; im Erweiterungsteil zweischaliges Mauerwerk mit halbsteiniger Schale, 4 cm Luftschicht und doppelter Beplankung. Das geneigte Dach besteht aus 6 cm starken Sandwichpaneelen mit Keramik-Mischziegeln auf Lattung, damit es von der Straße aus weiterhin wie ein Altstadtdach wirkt. Klimatisierung und Warmwasserbereitung erfolgen über eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit dem Mindestdeckungsanteil von 70 %, den das Dokument DB-HE4 des CTE (spanische technische Bauordnung) vorschreibt.

Galerie

Projektdaten

  • Projekt: Kernsanierung des Edificio MOSS für Ferienwohnungen
  • Typologie: Mehrfamilienhaus. Kernsanierung von Erdgeschoss und erstem Obergeschoss mit Aufstockung um ein zweites Obergeschoss und ein Dachgeschoss
  • Nutzung: Mehrfamilienhaus · touristische Nutzung (Ferienwohnungen)
  • Standort: Zentrum von Málaga, Altstadt (Stadt Málaga)
  • Planungsjahr: 2017–2018
  • Status: Entwurfsplanung (Proyecto Básico) und Ausführungsplanung von der Architektenkammer Málaga (COA Málaga) visiert (Aktenzeichen 2017/004847)
  • Bebaute Fläche: 509,33 m² (Erdgeschoss 159,91 · 1. OG 163,18 · 2. OG 163,18 · Dachgeschoss 23,06)
  • Grundstücksfläche: 173,03 m² bei 12,29 m Fassadenbreite
  • Einheiten: 6 Wohnungen mit 38,05 bis 63,25 m² Nutzfläche, 4 Abstellräume im Dachgeschoss und 2 Dachterrassen (36,81 und 28,16 m²)
  • Bauherr: Privatperson. Direktauftrag der Eigentümer
  • Architekturbüro: Klic Arquitectos · Architektur und Sanierung in Málaga
  • Tragwerksplanung: Jorge Barrios Corpa
  • Haustechnik: FGH Ingeniería (Gebäudetechnik und Telekommunikationsinfrastruktur ICT)
  • Innenarchitektur: Klic Arquitectos, festgelegt in der Bau- und Ausstattungsbeschreibung des Projekts
  • Leistungen von Klic: Entwurfs- und Ausführungsplanung, Kernsanierung, Innenarchitektur, Fassadensanierung, Bauleitung und Genehmigungsmanagement
  • Team: Juan Alejandro Goñi Uriarte (Kammer-Nr. 1.206 COA Málaga) und Ruth Buján Varela (Kammer-Nr. 1.333 COA Málaga), mit Beatriz Sánchez Sepúlveda. Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination: Vicente Bejarano Reyes, Bauingenieur (Arquitecto Técnico, Kammer-Nr. 29/003796 COAAT Málaga)

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