Wohnungsrenovierung Duquesa de Parcent · Soho · Málaga

Renovierung einer Wohnung in der Calle Duquesa de Parcent · Soho · Málaga

Den Innenraum vollständig entkernen, ohne einen einzigen Pfeiler anzutasten, und der Terrasse ihre ursprüngliche Öffnung in der Fassade zurückgeben. Mit diesen beiden Entscheidungen ließ sich die Renovierung einer Wohnung mit 89,19 m² bebauter Fläche in der Calle Duquesa de Parcent im Stadtteil Soho von Málaga lösen. Bei der Übernahme zerstückelten die ursprünglichen Trennwände die Fläche, und die Terrasse war seit Jahren dem Innenraum zugeschlagen. Projekt von 2021, Fertigstellung im Dezember desselben Jahres.

Der Auftrag: Wohnungsrenovierung im Soho von Málaga

Der Auftrag wurde am 11. Februar 2021 erteilt und umfasste das gesamte Paket: technisches Projekt, Visualisierungen, Leistungsverzeichnis ohne Preise, Abwicklung der Genehmigung und Bauleitung mit Angebotsvergleich. Gezeichnet wurde zuerst nicht die endgültige Wohnung, sondern vier: vier alternative Grundrissvarianten lagen auf dem Tisch und wurden am 17. Februar vom Eigentümer kommentiert. So beginnen fast alle Renovierungen des Büros: mit mehreren Optionen, die miteinander konkurrieren, bevor eine davon zum Projekt wird.

Ausgangspunkt waren 89,19 m² bebaute Fläche laut Grundbuch – 89 m² laut Kataster – und 74,80 m² Nutzfläche im Inneren. Der übernommene Grundriss verteilte diese Fläche auf kleine Räume, die über einen Flur verbunden waren. Die Renovierung verändert die bebaute Fläche in keiner Phase: Der gesamte Spielraum lag im Inneren.

Den Innenraum entkernen, ohne einen Pfeiler anzutasten

Sämtliche Innenwände wurden abgebrochen. Sämtliche, ohne Eingriff in Pfeiler oder ein anderes tragendes Bauteil: Das Projekt enthält eine ausdrückliche Erklärung, dass das Tragwerk des Gebäudes nicht berührt wird. Dieses Dokument ermöglicht es, die Baumaßnahme bei der Stadt Málaga per Declaración Responsable (Eigenerklärung des Bauherrn) anzumelden, statt eine Baugenehmigung für größere Bauvorhaben (licencia de obra mayor) zu beantragen. Sobald das Tragwerk betroffen ist, ist dieser Weg verschlossen, und der Zeitplan bekommt eine ganz andere Größenordnung.

Mit dem entkernten Innenraum wurde die Hälfte der Wohnung zu einem einzigen Raum: 37,94 der 74,80 m² Nutzfläche entfallen auf Wohnzimmer, Essbereich und Küche, die ineinander übergehen. Das Hauptschlafzimmer mit 14,68 m² erhielt ein En-suite-Bad. Das zweite Schlafzimmer mit 10,84 m² lässt sich mit beweglichen Trennwänden schließen, die in die Wohnungstrennwände integriert sind: Wird es nicht gebraucht, öffnet man es, und es wird Teil des Wohnzimmers. Dieser Raum sorgt dafür, dass eine Wohnung mit zwei Schlafzimmern je nach Tag wie eine mit anderthalb funktioniert. Das Ziel war, dass sich 89 m² in einem Wohnblock wie ein Haus anfühlen. Ist der Auftrag buchstäblich ein Haus, wie bei Casa Colinas, kehrt sich das Problem um: Dann gilt es, Fläche zu ordnen, nicht sie zu schaffen.

Die Entkernung wurde für das genutzt, was man nicht sieht. Alle Wohnungstrennwände erhielten eine freistehende Vorsatzschale, und die neuen Innenwände wurden in Trockenbauweise errichtet: 98 mm starke Gipskartonwände auf Akustik-Dämmband. In einem Wohnhaus im Stadtzentrum lässt sich der Schallschutz zu den Nachbarn nur bei offener Baustelle lösen – oder gar nicht.

Auf dieser Grundlage gehören alle Oberflächen einer einzigen Materialfamilie an: Bodenbelag aus Feinsteinzeug in Holzoptik im Format 25×150 cm, Eiche für Innentüren und Einbaumöbel, Mikrozement in den Bädern, umlaufende indirekte Beleuchtung, gepolsterte Kopfteile, wandbündige Einbauschränke sowie Armaturen und Beschläge in Mattschwarz. Die Außenfenster und -türen sind aus Aluminium mit thermischer Trennung und motorisiert, und die Gebäudeautomation – Zennio – wurde bereits im Projekt festgelegt, mit Schemata und Plänen.

Die Terrasse kehrt an die Fassade zurück

Die ursprünglichen Terrassen des Gebäudes waren nach und nach, eine nach der anderen, in die Wohnungen einbezogen worden – so auch diese. Das Projekt öffnet die Terrasse der Wohnung wieder an ihrer ursprünglichen Stelle: 4,90 m² zur Calle Duquesa de Parcent hin, mit denen die gesamte Nutzfläche auf 79,70 m² steigt. Eine Öffnung zurückzugewinnen, die es schon einmal gab, lässt sich weit leichter vertreten, als eine neue zu erfinden.

Eine freie Entwurfsgeste ist das nicht. Das Grundstück ist im Flächennutzungsplan (PGOU) von Málaga von 2011 als PEPRI Conjunto Histórico (historisches Ensemble) ausgewiesen, und das Projekt widmet ein eigenes Kapitel dem Nachweis, dass die Gestaltungsrichtlinien für Fassaden und Dächer des historischen Ensembles und des PEPRI-Centro eingehalten werden. Das Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, doch für die Fassade gelten Regeln: Die Terrasse wird zurückgewonnen, ohne die Anordnung der Öffnungen oder das Erscheinungsbild des Gebäudes zu verändern. Im Zentrum von Málaga geht das Planungsrecht dem Entwurf voraus – dieselbe Arbeitsreihenfolge wie bei der Ferienwohnung im Edificio MOSS, ebenfalls in der Altstadt.

Alles Weitere bietet die Umgebung: der Fluss, das Centre Pompidou und die Ensanche Heredia in Gehweite – im Künstlerviertel, das früher Barrio de los Ángeles hieß.

Von der Ausschreibung zur Bauabschlussbescheinigung

Das Leistungsverzeichnis wurde ohne Preise erstellt und an zwei Bauunternehmen ausgeschrieben, die exakt dieselben Positionen anboten. Wir erstellten den Vergleich der Angebote, und das Angebot des bezuschlagten Unternehmens durchlief zwischen dem 2. und dem 28. Juni 2021 drei aufeinanderfolgende Überarbeitungen. Der Bauvertrag mit EMIN, S.L. wurde am 22. Juni geschlossen, Baubeginn war am 30. Juni.

Die Renovierung umfasste zudem eine energetische Sanierung im Rahmen des Förderprogramms PREE: Verbesserung der thermischen Gebäudehülle – Fassade und Öffnungen – und Ersatz der Haustechnik durch eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Fußbodenheizung, Gebläsekonvektoren und Heizkörpern. Es wurden Energieausweise für den Ausgangszustand und den erreichten Zustand ausgestellt, die die für jede Maßnahme geforderte Mindestsenkung des Endenergieverbrauchs um 10 % nachweisen. Hier sollte man ehrlich sein: Die Bauarbeiten endeten im Dezember 2021, die Förderakte blieb jedoch bis März 2022 offen, mit einer Nachforderung der Verwaltung, die mit zwei Anlagen beantwortet wurde. Die Wohnung ist lange vor den Papieren fertig.

Auch der Maßstab verändert das Problem. Hier wurde Wohnung für Wohnung gearbeitet; bei der Sanierung von Pintor Sorolla 15-17 in Limonar Bajo war der Auftrag ein anderer. Die vertragliche Bauzeit dieser Maßnahme endete am 15. September 2021; ausgenommen waren die Aluminiumfenster, für die wegen der weltweiten Materialknappheit jenes Jahres der 30. September galt. Die Bauabschlussbescheinigung (Certificado Final de Obra) datiert vom Dezember 2021 und ist von beiden Architekten unterzeichnet: rund sechs Monate Bauzeit. Die sieben Bilder auf dieser Projektseite sind Visualisierungen des Büros selbst, entstanden in drei Serien zwischen März und Mai 2021; die Fotodokumentation der fertigen Wohnung liegt der Bauabschlussbescheinigung bei.

Wenn Sie eine Wohnung im Zentrum von Málaga mit dem ursprünglichen Grundriss besitzen und wissen möchten, was ohne Eingriff in das Tragwerk möglich ist, schreiben Sie uns. Genau darum geht es beim ersten Besuch.

Galerie

Projektdaten

  • Typologie: Komplette Innenrenovierung einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus, mit neuem Grundriss und Rückgewinnung der Fassadenterrasse
  • Nutzung: Wohnen · Wohnung
  • Standort: Calle Duquesa de Parcent · Stadtteil Soho · Málaga Stadt
  • Einheiten: 1 Wohnung
  • Bebaute Fläche: 89,19 m² (74,80 m² Nutzfläche innen + 4,90 m² Terrasse = 79,70 m² Nutzfläche gesamt). Die Renovierung verändert die bebaute Fläche nicht
  • Raumprogramm: Diele, offene Küche im Übergang zu Wohn- und Essbereich, Hauptschlafzimmer mit En-suite-Bad, zweites Schlafzimmer mit beweglichen Trennwänden, zweites Bad mit Waschbereich und Fassadenterrasse
  • Projektjahr: 2021
  • Bauausführung: 2021
  • Status: Realisiert. Fertigstellung im Dezember 2021, mit Bauabschlussbescheinigung. Die Bilder auf dieser Projektseite sind Visualisierungen des Büros selbst
  • Bauherr: Privatperson
  • Leistungen von Klic: Technisches Projekt, Visualisierungen, Leistungsverzeichnis ohne Preise, Unterlagen und Abwicklung der Genehmigung per Declaración Responsable, Bauleitung mit Angebotsvergleich und Dokumentation für das Förderprogramm PREE
  • Bauunternehmen: EMIN, S.L. (Zuschlag nach Ausschreibung mit zwei Angeboten)
  • Bauleitung: Klic Arquitectos
  • Tragwerk: Kein Eingriff in das Tragwerk. Erklärung, dass das Tragwerk des Gebäudes nicht berührt wird
  • Innenarchitektur: Klic Arquitectos
  • Fotografie: Fotodokumentation zur Bauabschlussbescheinigung (Dezember 2021) und Projektvisualisierungen, beide vom Büro selbst
  • Team: Juan Alejandro Goñi Uriarte, Architekt, Kammer-Nr. 1.206 COA Málaga, und Ruth Buján Varela, Architektin, Kammer-Nr. 1.333 COA Málaga

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