Zwei Baukörper statt einem, eine doppelte Fassade, die die Südsonne filtert, und dazwischen ein Innenhof mit Pool, in dem die Palme weiterlebt, die schon vorher auf dem Grundstück stand. Pintor Sorolla 15-17 ist ein Mehrfamilienhaus im Limonar Bajo, errichtet auf zwei benachbarten Grundstücken, auf denen zunächst 849,74 m² Altbestand abgerissen werden mussten. Das Programm: elf Wohnungen, zwei Untergeschosse und ein Gemeinschaftspool, alles in geschlossener Bauweise zwischen Nachbargebäuden. Das Ergebnis: 2.506,47 m² bebaute Fläche, fertiggestellt im Juli 2023.
Zwei Grundstücke, ein Abriss und Bebauungsvorgaben ohne Spielraum
Am Anfang stand eine Grundstückszusammenlegung: Nr. 15 mit 153,77 m² und Front zu nur einer Straße sowie Nr. 17 mit 570,67 m², das von Straße zu Straße durchgeht. Zusammen 724,44 m². Darauf standen zwei aneinandergebaute Gebäude mit drei Geschossen plus Turmaufbau, die vollständig abgerissen wurden: 849,74 m².
Die Bebauungsvorgaben erlaubten 2,60 m² Geschossfläche pro m² Grundstück auf einer bebaubaren Fläche von 500,47 m². Das Projekt kam auf 2,552 mit 1.277,07 m² anrechenbarer Fläche. Spielraum blieb keiner. Im Umfeld des Limonar planen wir meist Einfamilienhäuser, etwa Casa Colinas del Limonar. Auf einem freistehenden Grundstück verhandelt man den Spielraum mit der Topografie; hier verhandelte man ihn mit der Brandwand des Nachbarn.
Der Entwurf: zwei Baukörper und eine doppelte Fassade
Das zusammengelegte Grundstück grenzte an zwei gegenüberliegende Straßen, deshalb haben wir kein einzelnes Volumen erzwungen. Das Gebäude gliedert sich in zwei Baukörper mit je drei oberirdischen Geschossen – fünf Wohnungen im einen, sechs im anderen –, jeder mit eigener Identität und derselben gestalterischen Strategie.
Die Fassade ist zweischichtig. Eine erste Haut steht in der Straßenflucht und wahrt die städtische Ordnung; dahinter, zurückversetzt, liegt die Fassade der Wohnräume. Der Zwischenraum bildet nach Süden gestaffelte Terrassen und dient als Sonnenschutz, mit festen und verschiebbaren Aluminiumlamellen, die die Bewohner je nach Tageszeit bewegen. Das ist kein gestalterischer Effekt: Nur so lassen sich in Málaga großzügige Öffnungen nach Süden schaffen, ohne dass das Wohnzimmer im August zum Backofen wird.
Der Hof zwischen den Baukörpern nimmt das gesamte Außenprogramm auf: 40,12 m² Wasserfläche und 164,98 m² Sonnenterrasse. Die Palme, die schon vorher auf dem Grundstück stand, wurde verpflanzt und wieder eingesetzt, statt gefällt zu werden. Der Außenraum wird nicht am Ende dekoriert, sondern vom ersten Tag an mitgeplant – hier wie beim Einfamilienhaus, etwa bei Villa Boho (Colinas del Limonar).
Zwei Untergeschosse zwischen Nachbargebäuden
Das Schwierigste an diesem Gebäude sieht man nicht. Die beiden Untergeschosse umfassen zusammen 1.168,92 m² und mussten unmittelbar neben bewohnten Gebäuden ausgehoben werden. Die Baugrubensicherung erfolgte mit einer umlaufenden Mikropfahlwand (Pfahldurchmesser 120 mm), 7 m lang am Südrand und bis zu 10 m im Norden, mit einem umlaufenden Kopfbalken aus Beton, der vor jeder Erdbewegung hergestellt wurde.
Der Aushub erfolgte abschnittsweise im Pilgerschrittverfahren, nie auf ganzer Front. Innen wurde eine 200 mm starke Stahlbetonwand mit 80 mm breitem Drainagespalt errichtet; darunter eine 60 cm starke Fundamentplatte. Darüber eine Kassettendecke von 35 cm (30+5) und 20 cm starke Platten auf den Terrassen. Das Baugrundgutachten erstellte Ferrandiz 48 GIA, die unabhängige technische Kontrolle übernahm Bureau Veritas als OCT (technische Prüfstelle).
Auf der Baustelle mussten Entscheidungen im laufenden Prozess getroffen werden: Schutz der Brandwand, Mikropfähle, die von der provisorischen zur endgültigen Lösung wurden, Kopf- und Zwischenbalken, eine Vorsatzschale aus Stahlbeton und Spritzbeton. Alles wurde in nummerierten Änderungsanordnungen festgehalten – nur so endet eine Änderung nicht im Streit. Während der laufenden Bauarbeiten genehmigte die Gerencia de Urbanismo (städtische Baubehörde) die Änderung der Baugenehmigung, mit der das Gebäude von 10 auf 11 Wohnungen anwuchs; die überarbeitete Planung wurde im Juli 2023 von der Architektenkammer visiert.
Die Bauarbeiten endeten am 26. Juli 2023 nach rund zwanzig Monaten. Ausführendes Bauunternehmen war Inicia Siglo XXI.
Ergebnis
Elf Wohnungen, 19 Stellplätze, ein Gemeinschaftsraum im ersten Untergeschoss (-1) mit barrierefreiem WC und Umkleiden sowie ein Gemeinschaftspool. Insgesamt 2.506,47 m² bebaute Fläche auf 724,44 m² Grundstück.
Das fertige Gebäude erreichte die Klasse A bei den CO₂-Emissionen und B beim nicht erneuerbaren Primärenergieverbrauch, in der Klimazone A3. Hinter diesen Buchstaben stehen konkrete Entscheidungen: Klimatisierung per Wärmepumpe mit Kanalsystem und zonenweiser Regelung, individuelle Luft-Wasser-Wärmepumpen für die Warmwasserbereitung, Aluminiumfenster mit thermischer Trennung und Low-E-Doppelverglasung, Smart-Home-Steuerung für Beleuchtung und Rollläden sowie eine Grundinstallation zum Laden von Elektrofahrzeugen in der Garage.
Der dokumentarische Abschluss wiegt ebenso schwer wie der Bau selbst: Bauabschlussbescheinigung, Schallschutzmessung, Gebäudebuch, Energieausweis des fertigen Gebäudes und Bestandspläne (As-built). Ohne diese vollständige Akte wird es schwierig, elf Wohnungen zu übergeben und notariell zu übertragen. Bei bereits fortgeschrittenem Bau haben wir außerdem die Innenarchitektur von Küche und Bad des Penthouses entwickelt. Es ist derselbe Detailgrad, den wir bei Einfamilienhäusern in der Umgebung anwenden, etwa bei Villa Sand (Colinas del Limonar).
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Technische Daten
- Typologie: Neubau eines Mehrfamilienhauses in geschlossener Bauweise, mit vorherigem Abriss
- Nutzung: Mehrfamilienwohnhaus mit Tiefgarage, Abstellräumen, Gemeinschaftsraum und Gemeinschaftspool
- Lage: Calle Pintor Sorolla 15-17, Limonar Bajo, Málaga
- Planungsjahr: 2019
- Baujahr: 2023
- Status: Fertiggestellt und übergeben. Bauabschlussbescheinigung vom Juli 2023
- Bebaute Fläche: 2.506,47 m², davon 1.168,92 m² in den beiden Untergeschossen
- Grundstücksfläche: 724,44 m² (Zusammenlegung zweier Grundstücke mit 153,77 und 570,67 m²)
- Einheiten: 11 Wohnungen (5 und 6 in zwei Baukörpern) und 19 Stellplätze
- Bauunternehmen: Inicia Siglo XXI, S.L. (Málaga)
- Bauleitung: Klic Arquitectos (Ruth Buján Varela und Juan A. Goñi Uriarte) mit Rafael de Lacour Jiménez
- Ausführungsleitung: Daniel Gómez Rivera, Bauingenieur (Arquitecto Técnico)
- Telekommunikationsplanung (ICT): Monier Soluciones Técnicas, S.L. — Ismael Carneros Franco, Telekommunikationsingenieur
- Innenarchitektur: Klic Arquitectos (Küche und Bad des Penthouses)
- Leistungen von Klic: Entwurfsplanung (Proyecto Básico) und Ausführungsplanung, Änderungsplanung und Genehmigungsverfahren, Bauleitung, Bauabschlussbescheinigung, Gebäudebuch und Energieausweis des fertigen Gebäudes
- Team: Ruth Buján Varela und Juan Alejandro Goñi Uriarte (Klic Arquitectos), in Mitautorschaft und gemeinsamer Bauleitung mit dem Architekten Rafael de Lacour Jiménez
