Ein weißes Haus mit viel Glas, mehr als ein Viertel der bebauten Fläche im Schatten und ein halbes Grundstück unangetastet. Ein privater Bauherr kam mit den bereits geschriebenen Notizen zu seinem Haus und einer Regel im Gepäck: lieber auf Meter verzichten als auf Qualitäten. Auf diesem Satz wurde der Vorentwurf dieses Einfamilienhauses in La Cala de Mijas (Málaga) gezeichnet: 485,38 m² bebaut auf einem Grundstück von 1.797 m². Die Herausforderung war nicht, das Grundstück zu füllen, sondern zu entscheiden, was draußen bleibt.
Der Auftrag: handschriftliche Notizen
Die Vorabdokumentation zum Grundstück wurde am 13. März 2020 zusammengestellt, der Vorentwurf ist auf Mai datiert. Zwischen diesen beiden Daten bestimmt ein einziges Dokument: die handschriftlichen Notizen des Bauherrn selbst, eines Privatmanns, der sein eigenes Haus förderte. Er wünschte sich eine moderne Ästhetik, die Vorherrschaft von Weiß mit punktuellen Elementen, die es aufbrechen, viel Glas und so viel natürliches Licht wie möglich. Und er hielt schriftlich die Prämisse fest, die alles andere ordnet: „Es ist vorzuziehen, auf Meter zu verzichten als auf Qualitäten oder Elemente, die Komfort bringen.“
Ein solches Briefing erspart Diskussionen. Es legt die Obergrenze des Programms vor dem Zeichnen fest und lässt Spielraum für das, was man jeden Tag anfasst. Wir haben auf Grundlage der Baulinien-, Qualifizierungs- und Gesamtstrukturblätter des PGOU von Mijas, der Bebauungsplanung des Sektors, des topografischen Plans und der Katasterabfrage gearbeitet: 1.797 m², damals als unbebautes Gelände klassifiziert.
Das Haus, Etage für Etage
Das Haus wurde in zwei Ebenen über dem Gelände gelöst, mit Keller und einem kleinen Zugangskörper zur Dachterrasse. Geschlossene Flächen: 138,79 m² im Erdgeschoss, 112,55 m² im Obergeschoss, 86,50 m² Keller und 13,91 m² Dachzugang, insgesamt 351,74 m². Mit den überdachten, nicht geschlossenen Flächen —Veranden, Galerie, Parkplatz und Terrassen— ergeben sich 485,38 m² bebaute und 268,30 m² Nutzfläche.
Das Erdgeschoss bündelt das Tagesprogramm —Diele, Wohnzimmer mit 24,05 m², Küche-Esszimmer mit 24,48 m²— und fügt hinzu, was das Briefing verlangte und was fast nie großzügig gezeichnet wird: ein Büro mit 13,60 m², Speisekammer, Hauswirtschaftsraum und Abstellraum. Oben drei Schlafzimmer, jedes mit eigenem Bad; das Hauptschlafzimmer mit 16,51 m² und Ankleide. Der Aufzug hält nicht im Obergeschoss: Er fährt bis zur Dachterrasse, wie es die Notizen verlangten.
Der Keller, den der Bauherr nicht wollte
Das Briefing war an dieser Stelle eindeutig: den Keller besser vermeiden und auf jeden Fall die Garage auf Erdgeschossniveau, um keine Probleme mit Wasser zu bekommen. Bei vollständigem Programm auf dem Tisch hätte ein kompletter Verzicht auf den Keller bedeutet, das Haus in der Fläche auszudehnen und den Teil des Grundstücks aufzuzehren, den die Anordnung für den Tagesbereich und den Pool reserviert.
Die Entscheidung war, ihn auf das dienbare Minimum zu reduzieren: 86,50 m² mit einer Garage von 36,49 m², Lager, Verteiler, Aufzug und einem Technikraum von 19,44 m². Kein einziger bewohnbarer Raum unter der Erde. Der Keller hört auf, ein weiteres Geschoss zu sein, und wird wieder das, was er ist: der Platz für das Auto und die Technik.
Schatten, Wasser und ein halbes Grundstück unangetastet
Die Flächentabelle erklärt das Haus besser als die Renderings. Von den 1.797 m² Grundstück bleiben 888,99 m² im natürlichen Zustand; 570,26 m² sind Pflasterflächen, 41,23 m² Rasen oder Garten, und es gibt 239,95 m² Stützmauer aus Mauerwerk. Der Pool hat ein Becken von 59,40 m² und eine Wasserfläche von 70,13 m². Die Veranden, die Galerie, der überdachte Parkplatz und die Terrassen summieren sich auf 133,64 m²: Mehr als ein Viertel der bebauten Fläche hat keine Fassade, sie hat Schatten. An dieser Küste ist das Entwurf.
Zwei vollständige Versionen des Vorentwurfs wurden geliefert, die erste und eine Revision 2.0, beide mit Planimetrie, Flächentabelle und Renderings. Dabei blieb es: keine Beglaubigung, keine Baugenehmigung, keine Baustelle. Die Renderings und das Video haben wir im Haus produziert, und sie sind heute alles, was von ihr übrig ist.
Galerie




Steckbrief
- Typologie: Freistehendes Einfamilienhaus, mit Keller, zwei Ebenen über dem Gelände und Dachzugang
- Nutzung: Wohnen
- Standort: La Cala de Mijas, Mijas (Málaga)
- Projektjahr: 2020
- Status: Vorentwurf in zwei Versionen geliefert; nicht gebaut (ohne Beglaubigung und Baugenehmigung)
- Bebaute Fläche: 485,38 m² (351,74 m² geschlossen und 133,64 m² Veranden, Galerie und Terrassen; 268,30 m² Nutzfläche)
- Grundstücksfläche: 1.797 m², davon 888,99 m² im natürlichen Zustand belassen
- Einheiten: 1 Wohnhaus
- Bauherr: Privater Bauherr (einzelner privater Förderer)
- Leistungen von Klic: Vorentwurf: Planimetrie, Flächentabelle und Renderings, in zwei Versionen
- Bilder: Renderings und Video intern von Klic produziert
- Team: Juan A. Goñi Uriarte (Mitgl.-Nr. 1206 COA Málaga) und Ruth Buján Varela (Mitgl.-Nr. 1333 COA Málaga), Klicstudio Arquitectura y Diseño SLP
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