Das Besondere an diesem Haus ist kein Raum, sondern eine Mauer: die, die Pool und Weinkeller teilen, mit drei Fenstern, durch die vom Wasser gedämpftes Licht einfällt. Casa Maravillas ist ein Einfamilienhaus in Benalmádena Costa: 307,91 m² bebaute Fläche auf einem 585 m² großen Grundstück. Nur 128,20 m² zählen zum Baumaß. Die übrigen 179,71 m² liegen unter der Erde und sind mit Abstand die größte Etage des Hauses.
Der Auftrag und das Grundstück
Der Auftrag kam von der ersten Besprechung an mit einer klaren Grenze – und eine klare Grenze bestimmt ein Projekt ebenso sehr wie die Vorschriften: Sie entscheidet, wie viel Haus hineinpasst und mit welchen Ausführungen. Wir verfassten das Grund- und das Ausführungsprojekt, und beide wurden beim Architektenverband von Málaga kollegial geprüft.
Das Grundstück brachte zwei Faktoren mit. Der erste, die Fläche, ist ein Klassiker, an dem sich noch immer viele stoßen: Das Kataster gab 621 m² an, die Vermessung 585. Die Vermessung gilt: Das ist die Fläche, von der die Bauleitnormen des Teilplans ausgehen, der das Gebiet ordnet – mit der Einstufung U-Einfamilienhäuser. Dieser Teilplan wurde 1998 endgültig genehmigt und später in den PGOU von Benalmádena von 2003 eingefügt. Das Projekt wurde auf 585 m² gezeichnet.
Der zweite Faktor war das Gefälle: Das Gelände fällt von Südwest nach Nordost ab. Auf vielen Grundstücken ist das ein Ärgernis, das in Mauern und Erdbewegungen bezahlt wird. Hier wurde es zur Idee des Projekts.
Der Keller, die Etage, die nicht zählt
Über der Geländelinie liegen 128,20 m²: 85,20 im Erdgeschoss und 43,00 im Obergeschoss. Damit ist das Haus gelöst: Wohn-Esszimmer mit 26,19 m², Küche mit 9,89 m², zwei Nebenschlafzimmer mit 9,38 und 9,31 m² sowie das Hauptschlafzimmer mit 22,30 m², eigenem Bad mit 10,72 m² und zwei Terrassen. Viel mehr passt nicht hinein.
Die Entscheidung war, alles, was nicht strikt Wohnen ist, in den Keller zu legen – das Gefälle erlaubte eine Einfahrt per Rampe. Das sind 179,71 m², die nicht zum Baumaß zählen: Garage (49,43 m²), Technikraum, Waschküche, WC, Spielzimmer (15,44 m²) und ein Keller-Bar-Bereich mit 35,49 m². Die eingegrabene Etage wurde am Ende 40 % größer als die beiden oberen zusammen.
Der Aushub brachte eine Überraschung. Beim Öffnen erschien das tragfähige Niveau einen halben Meter tiefer als geplant, und der Keller sank von Kote +98,15 auf +97,65. Die Stützmauern wurden in Stahlbeton HA-25/B/25/IIa ausgeführt, außen abgedichtet mit SBS-modifizierter Bitumenbahn und Noppendrainage, mit kiessgefüllter Hinterschüttung und Ringdränage. In einem halb eingegrabenen Haus entscheidet diese Schicht, ob der Keller nach Keller oder nach Feuchtigkeit riecht.
Der Pool, der dem Keller Licht gibt
Das Poolbecken und die Keller-Bar teilen sich die Wand, und in diese Mauer wurden drei Fenster eingelassen. Der Keller wird mit Tageslicht beleuchtet, das vom Wasser gedämpft wird, und von innen sieht man den Pool im Schnitt. Es ist die Art Idee, die nur entsteht, wenn man den Keller als echte Etage denkt und nicht als Abstellraum.
Der Pool wurde in Marmor ausgeführt, als Überlaufbecken mit linearem Skimmer: 4,00 x 10,55 m, zwei Tiefenstufen und 42,22 m² Wasserfläche. Im Entwurf war er trapezförmig und wurde während des Baus rechteckig korrigiert. Das Becken wurde mit einer 30 cm starken Betonplatte HA-30/B/25/IV gelöst – einer Expositionsklasse, die anspruchsvoller ist als die der übrigen Konstruktion. Sie ist für Chloride gedacht, also genau für das, was das aufbereitete Poolwasser enthält.
Der Bauablauf
Der Bau wurde am 13. Juli 2021 als fertig abgerechnet, nach rund 30 Monaten. In dieser Zeit verzeichnet die Endabrechnung mehr als ein Dutzend Änderungen gegenüber dem genehmigten Projekt – keine davon fügte einen anrechenbaren Meter hinzu oder verstieß gegen eine städtebauliche Kennzahl. Die Terrassen im Erdgeschoss wurden auf Kote +101,00 vereinheitlicht. Küche und ein Schlafzimmer tauschten den Platz. Wohn- und Essbereich wurden getauscht.
Die weitreichendste Änderung war statischer Art: Die Stützen der Südveranda entfielen und wurden durch umgedrehte Hängeträger ersetzt. Die Veranda blieb stützenfrei, und das Obergeschoss stieg von Kote +104,04 auf +104,63. Das Tragwerk wurde im eigenen Studio nach CTE, NCSE-02 und EHE-08 berechnet und von Copizcor SL ausgeführt, mit 30 cm hohen Deckenrosten (25+5) im Erdgeschoss, Obergeschoss und Dach.
Die Fassade wurde als Capuchino-Mauer gelöst – Keramikschale innen, gedämmte Luftschicht und halbhohes Lochziegelmauerwerk außen -, weiß verputzt, mit horizontalen Holzlamellen an der Nordwestecke. Beide Dächer sind Umkehrdächer: das begehbare mit flüssiger, wärmereffektierender Polyharnstoff-Abdichtung, das nicht begehbare mit doppellagiger SBS-Bitumenbahn und gewaschenem Rundkies. Innen eine freistehende Treppe neben der seitlichen Verglasung, mit Corian-verkleideten, hinterleuchteten Stufen, und Möbel komplett aus Maßschreinerei. Die Warmwasserbereitung wird solarthermisch unterstützt. Die geplanten Glasgeländer wurden schließlich als gemauerte Brüstungen gebaut.
Noch eine Angabe für alle, die Termine planen. Das Haus war im Juli 2021 fertig, die Erstbezugsgenehmigung wurde im November beantragt. Es kamen zwei Runden kommunaler Nachforderungen, beide wurden beantwortet, und der positive Bescheid erging erst am 14. Dezember 2022: anderthalb Jahre nach Bauende. Der Bau selbst wurde ohne einen einzigen Eintrag im Anordnungsbuch oder im Sicherheits- und Gesundheitsbuch abgeschlossen.
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Steckbrief
- Typologie: Freistehendes Einfamilienhaus, Neubau (Keller-, Erd- und Obergeschoss), mit Pool und Garten
- Nutzung: Wohnen
- Lage: Benalmádena Costa, Benalmádena (Málaga)
- Projektjahr: 2016
- Baujahr: 2021
- Stand: Von Klic Arquitectos entwickeltes und gebautes Projekt: Endabnahme im Juli 2021 und positive Bezugsgenehmigung im Dezember 2022
- Bebaute Fläche: 307,91 m² (128,20 m² über Gelände + 179,71 m² Keller)
- Grundstücksfläche: 585 m²
- Einheiten: 1 Einfamilienhaus
- Bauausführungsleitung: Miguel Ángel Ruiz del Portal Estrada, Technischer Architekt
- Tragwerk: Berechnung von Klic Arquitectos (CTE, NCSE-02 und EHE-08); Ausführung Copizcor SL
- Leistungen von Klic: Grund- und Ausführungsprojekt, Bauleitung, Statikberechnung, Sicherheits- und Gesundheitsstudie und -koordination, Gebäudebuch sowie Abwicklung der Bau- und Erstbezugsgenehmigungen
- Team: Juan A. Goñi Uriarte (Entwurf, Bauleitung und Sicherheitskoordination), Ruth Buján Varela (Ko-Autorin) und Beatriz Sánchez Sepúlveda (Mitarbeiterin)
Weitere Projekte von Klic Arquitectos
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