Aufhören, einen Stand zu projektieren, und stattdessen ein Möbel projektieren. El Santuario ist ein temporärer Stand in Marbella von 30 m², zehn mal drei Meter und an allen vier Seiten freistehend, für das Marbella Home Meeting 2026. Der Auftrag barg eine Falle: Wand- und Bodenbeläge aus Keramik und Holz sowie Badarmaturen sollten ausgestellt werden, ohne am Ende wie ein Fliesenladen auszusehen. Die Antwort war ein freitragendes Objekt aus sichtbarem Holz, mit verstecktem Licht und dem Produkt als Raum.
Der Auftrag
Das Briefing traf Ende Januar 2026 ein, und die Messe fand am 16., 17. und 18. April statt: zweieinhalb Monate zum Entwerfen, Dokumentieren und Fertigen. Die Messefläche maß 10 x 3 m und hatte keine Nachbarwände. Keine geliehene Wand zum Abstützen und keine, an die man Produkt hängen könnte. Das Design musste vier Arten von Wandbelag und vier von Bodenbelag aufnehmen, keramisch und aus Holz, plus die italienischen Carimali-Armaturen, die der Auftraggeber vertreibt.
Das Risiko stand im ersten Konzeptdokument: Man musste sich vom Gefühl eines Fliesenladens entfernen. Ein Musterdisplay ist schnell aufgebaut und auf zehn Meter vergessen. Die andere Rahmenbedingung war der Kalender der Lieferanten, die vier bis sechs Wochen Vorlauf für die Materiallieferung verlangten. Das zwingt dazu, den Zuschnitt vorher zu schließen, statt ihn unterwegs anzupassen.
Dreißig Quadratmeter ohne eine Wand zum Anlehnen
Ohne Nachbarwände musste die Stabilität aus dem Objekt selbst kommen. Die Konzeptidee sagte es ohne Umschweife: Der Stand sollte wie ein riesiges Möbel funktionieren, freitragend, mit der Steifigkeit im Rastermaß des Dachs und im Holzbaum. Statt Trennwänden L-förmige Flächen und Lamellenparavents. Er gliedert sich, ohne zu schließen, und der Besucher liest den ganzen Stand vom Gang aus, dieselbe Art der Zonierung ohne Wände wie bei den Büros PROMÁLAGA Teatinos.
Die Pergola ordnet alles Weitere. Raster von 1 x 1 m mit Profilen von 10 x 10 cm Querschnitt, drei Stützen von 8 x 8 cm, die den Kundenempfangsbereich tragen, und genutete, sichtbare Holzverbindungen. Die maximale Höhe wurde auf 3,00 m einschließlich Standplattform festgelegt, und die auf 3 cm geschätzte Plattform zehrt an der Höhe. Auf den Plänen stand vermerkt: Wird die Plattform dicker, werden die vertikalen Teile gekürzt.
Materialien und Licht
Die Beläge werden als umgekehrtes L gesetzt: Das Material des Bodens zieht in einem durchgehenden, einen Meter hohen Band die Wand hoch. Ein alter Kunstgriff, und er funktioniert, weil das Produkt nicht mehr wie ein auf eine Platte geklebtes Muster wirkt, sondern wie ein Raum. Diese Galerie nimmt eine der drei Zonen ein. In der zweiten trägt ein gegliederter Holz-Ausstellungsbaum die Armaturen wie Früchte, daneben ein Rasterregal. Die dritte ist Tisch und Stühle, um sich zum Reden zu setzen.
Das Holz kommt in Stärken von 2 cm am Baum und 2,5 cm am Regal und am Totem-Tisch, mit sichtbarer Tischlerei und ohne versteckte Fugen, dieselbe Tischlerlogik wie beim Asador Iñaki in der Calle Ayala (Málaga). Das Licht ist durchweg linear und indirekt: vertikaler LED-Streifen im Innenprofil des Baums, eingelassener Streifen am Umfang der Dachbalken, ins Mobiliar integrierter Streifen und eine beleuchtete, 3 bis 5 cm hohe Fußleiste, die den Stand vom Boden abhebt. Die gerichteten Strahler bleiben dem Produkt vorbehalten. Über dem Raster filtern ein transluzides Tuch und hängende Vegetation das harte Hallenlicht.
Vom Auftrag zur Messe
Zweieinhalb Monate zwischen Briefing und Aufbau. Der vorgeschlagene Kalender sah zwei Wochen Vorprojekt und zwei Wochen Ausführungsprojekt vor; der endgültige Entwurf mit Grundriss, Wegeführung, Ansichten und Renderings wurde am 17. Februar geschlossen. Im März erschienen die zehn Ausführungspläne, INT-PT-01 bis INT-PT-10: Bemaßter Grundriss 1:30, Dachstruktur, Ansichten der Wand- und Bodenbeläge, Grundriss und Schnitt des Baums, Zuschnitte von Baum, Regal, Totem-Tisch und Schildern sowie Beleuchtungsplan.
Die Messeordnung bestimmt den Rest. Das Abnahmezertifikat des Aufbaus verlangt Brandverhalten, Garantie der provisorischen Konstruktionen, Haftpflichtversicherung und Sozialversicherungsanmeldung der Monteure. Deshalb ist die Vegetation als schwer entflammbar spezifiziert, und deshalb wird der Holzzuschnitt geschlossen, bevor irgendjemand zu sägen beginnt. Der Stand wurde so aufgebaut, wie er gezeichnet war, und am 17. April, mitten in der Messe, fotografiert. Es ist der zweite, den wir für denselben Auftraggeber projektieren: der erste, 39,98 m², war für die Design Week Marbella im Juni 2022. Dieselbe Disziplin aus knappem Programm und unverschiebbarem Eröffnungstermin zeigt sich in gewerblichen Arbeiten wie der Tierklinik Mediterránea in Estepona.
Galerie
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Gesamtansicht · beleuchtete Baumsäule und baumförmige Bögen -

Seitenansicht · Gang zwischen Bäumen und Eichenparkett -

Gewölbe · Holzblätter, lineares LED und Vegetation -

Krone · geschwungene Eichenbögen und hängende Farne -

Armaturen-Display im Stamm -

Basis des Stamms · Rautenparkett in Eiche -

Bogen mit Zenitalbrause · das Wasser als Ritual
Technisches Datenblatt
- Typologie: Temporäre Messearchitektur · Ausstellerstand · Erlebnisdesign (Innenausbauprojekt)
- Nutzung: Ausstellend-kommerziell: Produktpräsentation und Kundenbetreuung auf einer Fachmesse
- Veranstaltung: Marbella Home Meeting 2026 (16., 17. und 18. April 2026)
- Austragungsort: Palacio de Ferias y Congresos de Marbella
- Lage: Marbella, westliche Costa del Sol, Málaga
- Projektjahr: 2026
- Realisierungsjahr: 2026 (Aufbau und Messe, April 2026)
- Status: Gebaut
- Bebaute Fläche: 30 m² (freistehender Stand von 10,00 x 3,00 m)
- Einheiten: 1 freistehender Stand
- Maximale Höhe: 3,00 m, einschließlich Standplattform
- Auftraggeber: Vertriebsunternehmen für Keramik- und Holzbeläge sowie Badarmaturen, Aussteller auf der Messe
- Innenausbau: Klicstudio Arquitectura y Diseño SLP (Klic Arquitectos)
- Leistungen von Klic: Vorprojekt, Ausführungsprojekt (10 Pläne) und Lieferantenmanagement
- Team: Juan A. Goñi Uriarte (Mitgl.-Nr. 1206 COA Málaga) und Ruth Buján Varela (Mitgl.-Nr. 1333 COA Málaga)
- Hauptmaterialien: Eichenholz, Schichtholz, Eichenparkett, lineare LED-Profile, natürliche und künstliche Vegetation
- Fotografie: Fernando Gómez Mateos · loveladrillo

