Vor dem Kauf eines Grundstücks ist es entscheidend, dessen Bodenklassifizierung zu kennen, denn sie bestimmt, welche Nutzungen und Möglichkeiten dort zulässig sind. Wenn Sie in Andalusien nach Parzellen zum Kaufen oder Bauen suchen, haben Sie vermutlich die Einstufung „nicht bebaubarer Boden“ gesehen und sich gefragt, was sie bedeutet und ob man darauf bauen kann. Was darf man auf einem nicht bebaubaren Grundstück bauen? Wir erklären es.
Wir sind Klic Arquitectos, ein Architekturbüro in Marbella. Wenn Sie unsere Arbeit interessiert, sehen Sie sich unsere Mehrfamilienhaus-Projekte an. Lesen Sie weiter!
Solche Eingriffe erfordern tiefe technische und rechtliche Kenntnisse, besonders auf geschützten oder nicht bebaubaren Böden. Viele Bauträger exklusiver Wohnprojekte wenden sich daher an Luxus-Architekten in Marbella, die innovative Lösungen entwerfen, welche die Vorschriften respektieren und das Potenzial des Grundstücks voll ausschöpfen.
Die drei Bodenarten: Bauland, baureifes Land und nicht bebaubares Land
Das spanische Baurecht teilt den Boden in drei große Kategorien:
- Bauland (suelo urbano): bereits im Stadtgefüge und erschlossen; hier darf gemäß Bebauungsplan direkt gebaut werden.
- Baureifes Land (suelo urbanizable): kann künftig durch einen Teilbebauungsplan Bauland werden; bis dahin ist Bebauung stark eingeschränkt.
- Nicht bebaubares Land (SNU): vom Urbanisierungsprozess ausgeschlossen, um Umwelt, Landschaft oder natürliche Ressourcen zu schützen. In Andalusien nennt das Gesetz 7/2021 (LISTA, Nachfolger der LOUA) es Landboden (suelo rústico).
Was ist ein nicht bebaubares Grundstück
Laut Amtsblatt (BOE) darf es weder für städtebauliche Entwicklungen noch für andere Nutzungen als landwirtschaftliche, Vieh-, Forst- oder Jagdaktivitäten oder eine sonstige nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen verwendet werden. Hauptziel ist die Bewahrung der Natur, der Schutz ökologisch, landschaftlich oder kulturell wertvoller Gebiete und eine rationale Flächennutzung.
Innerhalb des nicht bebaubaren Landes gibt es zwei Kategorien: allgemeines nicht bebaubares Land und besonders geschütztes nicht bebaubares Land. Beim ersten sind die Einschränkungen moderat: Wohnbau ist in der Regel nicht erlaubt, außer er steht mit der Bewirtschaftung im Zusammenhang (Lager, Stall oder Wohnhaus des Landwirts); ländliche Nutzungen und Landtourismus können unter Auflagen genehmigt werden. Beim zweiten, mit besonderen Schutzmaßnahmen (Naturparks, Natura 2000, historisch oder landwirtschaftlich wertvolle Zonen), sind die Beschränkungen maximal und fast kein Neubau ist möglich.
Was darf man auf nicht bebaubarem Land bauen? Zuvor sollten Sie wissen: Artikel 319 des Strafgesetzbuchs sieht für Bauträger, Bauunternehmer oder Bauleiter, die nicht genehmigungsfähige Urbanisierungs-, Bau- oder Errichtungsarbeiten auf nicht bebaubarem Land ausführen, Freiheitsstrafen von einem bis drei Jahren sowie Geldstrafen von 12 bis 24 Monatsraten vor.
Was darf auf nicht bebaubarem Land gebaut werden
Nicht bebaubares Land dient vor allem der Bewahrung der natürlichen Umwelt. Wer dort gegen die Vorschriften baut, riskiert schwere Sanktionen bis hin zu Freiheitsstrafen.
So absolut ist die Lage jedoch nicht: Es gibt ein breites Spektrum an Möglichkeiten in einem Zwischenbereich. In Andalusien erlauben die LISTA und die kommunalen Generalpläne bestimmte Bauvorhaben auf Landboden unter strengen Auflagen: Wohnen in Verbindung mit einem aktiven landwirtschaftlichen Betrieb, Vorhaben von öffentlichem oder sozialem Interesse (Landhotels, Zeltplätze, Sportanlagen) sowie die Sanierung bestehender Gebäude nach den Vorgaben des PGOU. Wir erklären es!
- Neues Wohnhaus: Der Bau eines neuen Wohnhauses auf nicht bebaubarem Land ist möglich, sofern es in direktem Zusammenhang mit der landwirtschaftlichen, Vieh- oder Forstnutzung der Parzelle steht. Das Wohnhaus muss für den Betrieb erforderlich sein, und dieser Zusammenhang muss technisch begründet werden.
- Mobile Fertighäuser: Mobile, autarke Fertighäuser, die kein Fundament benötigen und das Gelände nicht verändern, können je nach Entscheidung von Region und Gemeinde auf Landboden aufgestellt werden. Entscheidend ist der Unterschied zwischen Aufstellen und Bauen. Manche mobilen Häuser auf Rädern können etwa abgeschleppt werden, ohne den Boden zu schädigen.
- Pools: Keine Region Spaniens verbietet Pools auf Landboden. Es gibt jedoch Einschränkungen je nach Bauweise des Pools und seinem Nutzungszweck.
- Campingplätze, Unterkünfte und Landhäuser: So widersprüchlich es angesichts des größeren Flächenbedarfs und umfangreicherer Arbeiten erscheinen mag – auf Landboden dürfen Campingplätze, Hotels und ländliche Unterkünfte als Vorhaben von öffentlichem Interesse errichtet werden. Dafür muss das Grundstück jedoch eine Mindestfläche aufweisen.
- Sanierungen: Nicht bebaubare Grundstücke mit alten oder ruinösen Wohnhäusern sind auf dem Markt für Landboden sehr gefragt. Voraussetzung ist, dass das Wohnhaus vor 1975 entstanden ist. Ob die Gemeinde die Genehmigung erteilt, hängt von Zustand und Lage der Immobilie ab.
Der AFO als Lösung für bereits bestehende Bauten
Besteht auf nicht bebaubarem Land ein Bauwerk, das vor mehr als sechs Jahren ohne Genehmigung errichtet wurde (Verjährungsfrist der Maßnahme zur Wiederherstellung der Rechtmäßigkeit), kann es über das Verfahren Asimilado a Fuera de Ordenación (AFO) regularisiert werden. Diese Anerkennung legalisiert den Bau nicht, verleiht ihm aber einen Duldungsstatus, der die Eintragung ins Grundbuch, Versorgungsverträge, Beleihung und rechtssicheren Verkauf ermöglicht. Klic Arquitectos hat über 40 AFO-Verfahren in Andalusien abgewickelt.
Als Architekten in Málaga wissen wir, wie wertvoll die Zeit unserer Kunden ist. Deshalb übernehmen wir die ganzheitliche Abwicklung jedes Einfamilienhaus-Projekts – Entwurf, Planung, Steuerung und Überwachung der einzelnen Bauphasen sowie die erforderlichen behördlichen Verfahren.
Das war alles zum Thema was man auf nicht bebaubarem Land bauen darf. Wir hoffen, es hat Ihnen geholfen. Bei Fragen zu einer konkreten Parzelle, einem AFO-Verfahren oder einem Projekt auf Landboden kontaktieren Sie unsere Architekten in Marbella – wir freuen uns auf Sie!

